Türmerin von Münster

direkt vom turm gebloggt

Türmerin zu Gast in… Heidelberg und Stuttgart!

Auch eine Türmerin macht mal Urlaub – aber wo?

An Orten mit Türmen und Stufen! Die Abenteuer an den Zielen meiner Wahl, Heidelberg und Stuttgart, stelle ich euch hier kurz vor. Meinen local guides Daniel, Jan, André & Elena ganz herzlichen Dank <3 

Der Stellvertreter-Türmer in Münster kommt übrigens im Urlaub der Türmerin zum Einsatz, nahe Anwohner*innen berichten, sie könnten den Unterschied beim Tuten tatsächlich hören… – auch wenn die Türmerin arbeitsunfähig-krank ist, tutet der Stellvertreter.  Am Dienstag aber NICHT – der Dienstag bleibt als statistisch sicherster Tag tutfrei (keine Feinde, keine Brände dienstags!).

Heidelberg. Oder wie hippe Hipster sagen: High del Berg

Alle High(del Berg)lights kann ich hier nicht aufzählen – das würde schier den Platz sprengen! Also eine Art Urlaubs-Steno mitsamt Foto-Beweis-Galerie.

Große Freude: Hotel Krokodil @ Weststadt, Aussicht: katholische St. Bonifatius-Kirche, zwei Türme, freundliches Ding-Dong.

Gleich um die Ecke: Wunderschöne Synagoge, zehn Gebote symbolisiert durch hebräische Buchstaben, man achte auf den vierten – Daleth – siehe Die Hohe Kunst des Tutens; Symbol für Tor zur Welt/zum Himmel!

Neckar: etwas größer als unsere Aa. Dafür das münstersche Schloss  etwas heiler als das in Heidelberg.

Normalerweise jetzt mit der Bergbahn hoch, aber: fährt gerade nicht. Also gefühlte 2.379 Stufen steigen… seltsam: gezählt habe ich nur 330?!? Ok, Abschnitte mit ansteigenden Wegen…

Im Schloss: eines der größten Fässer der Welt, Legende: der kurfürstliche kleinwüchsige Mundschenk u. Entertainer trank Riesenfass voller Wein wiederholt auf Ex aus, und antwortete stets: Perché no?! (Warum nicht?!), was ihm den Namen Perkeo einbrachte.

Durch Vermittlung des Fotokünstlers Daniel Kubirski (Lichtorte, Klick!): exklusive Turmführung auf spät dazugebauten Turm der Jesuitenkirche mit Mesner Herrn Hoffmann und seinem jüngsten Mitarbeiter Niklas. Wie ein strahlend weißer Palast inmitten der Altstadt, diese erste katholische Kirche, deren eigentlicher Name lautet: Pfarrkirche Heiliger Geist und St. Ignatius.

An der Orgel: Register namens Perkeo. Diese lokale Kuriosität klingt laut Niklas genau so, wie ihr jetzt nach der Vorgeschichte oben vermutet…

Der Heilige Antonius steht hier, der Schutzpatron für alles Verlorene – Herr Hoffmann erzählt: neulich stand plötzlich eine leicht frivole Bronzeskulptur genau hier. Keiner weiß, warum und wem sie gehört. Ein Mysterium! Die Rhein-Neckar-Zeitung berichtete: Klick! 

Ein anderes Mal fand man beim Antonius eine offenbar wertvolle Goldmünze, klasse!

Einzigartige Einblicke hinter die Kulissen: Gewölbe von oben, kleine Fensterluken, enge und krass abenteuerliche Stiegen, eine Glocke namens Pius, die dank einer darübergestülpten größeren der Vernichtung im Zweiten Weltkrieg entkam.

Oben: Galerie rund um den Turm genau wie zuhause auf St. Lamberti! Tolle Aussicht! Das Kirchendach und damit der Altar ist hier nicht wie sonst üblich geostet, interessant! Nicht weit: Heiliggeistkirche, mittlerweile evangelisch, die Brutstätte der Falken! Das „Esszimmer“ dieser Falken scheint dieser Umlauf der Jesuitenkirche zu sein – zahllose Überreste von Zuchttauben samt Beringung… puh!

Angegliedert an die Jesuitenkirche: Das Museum für Sakrale Kunst und Liturgie. Sehr sehenswert, allerlei tiefreligiöses Zubehör v.a. aus d. Geschichte der Kurfürsten u. des Jesuitenordens, für mich am schönsten: Notenschriften.

In der Jesuitenkirche: Plakat des Katholikentages 9. Mai-13. Mai 2018 in Münster! Münster ist (fast) überall präsent!

Schöner Heidelberg-Moment: Daniel zeigte mir sein Lieblingscafé „Hörnchen“, wie passend für ein Teechen mit Türmerin! Erlebnisse in und auf der Jesuitenkirche Revue passieren lassen, Autausch über Daniels Sehnsuchtsort Münster, viel Fröhliches, vom Hölzchen aufs Stöckchen, Barista, Barista, I‘ll be back!

Nicht fehlen durfte ein Abstecher zum Shop des Café Knösel!

Auf der „Alten Brücke“ wegen der überwältigenden Schönheit von Bergen und Neckar ein paar Tränen verdrückt… 

Beim Klick auf die Fotos öffnet sich eine Galerie mit den Fotos größer und in besserer Qualität, die ihr Schritt für Schritt durchklicken könnt:

Heidelberg-Links:

Schloss Heidelberg – die berühmteste Ruine der Welt

Jesuitenkirche – Gemeinde Heilig Geist, katholische Stadtkirche

Museum für Sakrale Kunst und Liturgie

Heiliggeistkirche – Kirche des Heidelberger Katechismus

Synagoge – Jüdische Kultusgemeinde Heidelberg

Cáfe Knösel – das älteste Café Heidelbergs

Studentenkuss – Chocoladenmanufaktur&Chocolaterie

Heidelberg Marketing

 

Und nach ein paar Tagen ging‘s weiter … nach:


Stuttgart a.k.a. Stuggi Benztown

Ebenfalls ein Highlight nach dem anderen – auch hier eine Steno-Beschreibung samt Foto-Beweis-Galerie:

Zwischendurch übrigens immer wieder Maultaschen, Flädlesuppe und hausgemachte Kässpätzle – leckerleckerlecker!

Einchecken am Olgaeck, Hotel Bed&Breakfast ziemlich neu, Marmortreppe, Zimmer für eine Türmerin standesgemäß über 70 Stufen zu erreichen, alles tippitoppi. Unterwegs entdeckt: um die Ecke Hotel Türmle. Aber mit Nachtclub und so, ihr wisst schon, gell…

Zum Eingrooven: Stäffele-Tour mit neuen Wanderschuhen. Autsch! Nicht gut genug eingelaufen… trotzdem durchgehalten, leider bei 1.982 Stufen verzählt, hätte noch mal von vorne beginnen müssen… Stäffele sind viele viele viele Stufen durch schönste Ecken, Eichhörnchen hüpfen vielfarbig munter hin und her (ich summe den alten Hit von Bob Marley: „Eischhörnchen-Sheriff“), eine Staffel führt am Städtischen Lapidarium vorbei, leider erst ab Mai geöffnet, ein bisschen lässt sich erahnen – I‘ll be back!


Ein Tag mit André Dietenberger alias ReiseBlögle (Klick!) – Bahnhofsturm, S21-Baustelle betrachten, absoluter Tipp: der Aufstieg ist hier kostenfrei, der grandiose Ausblick unbezahlbar!

Mit historischem wunderschönen Wagen der Seilbahn hoch auf den Berg – geht mit normalem Kurzstreckenticket! Naufi und wieder nunder, mit normaler Stadtbahn weiter zum Marienplatz, hier in die „Zacke“, wieder ganz hoch hinaus, eijeijei, was für ein rasantes Tempo, von oben in den Talkessel schauen & staunen, herrliche Stationennamen („Bubenbad“)!

Die evangelische Stiftskirche von innen besichtigt – wow! – die beiden völlig unterschiedlichen Türme von unten bestaunt, offenbar ist Uhrenturm nur an ein paar Terminen im Jahr öffentlich gegen Eintritt besteigbar (again: I‘ll be back!).

Evangelische Hospitalkirche ebenfalls beeindruckend, gerade mit Passionszeit-Ausstellung von Istvan Nadler..

Nicht weit entfernt die Synagoge, die leider keine App anzeigt, davor Bauzäune, fast daran vorbeigelaufen.

Stuttgart hat ein Neues und ein Altes Schloss. Wer hat, der hat. Letzteres: Landesmuseum. Toller Innenhof, interessante Pferdetreppe (man kann mit Pony hochtrippeln!), Schlosskirche sehr berührend und reich bebildert, eine Büste ist Doppelgänger „unseres“ Fabio Chigi (Gesandter im Dreißigjährigen Krieg in Münster, späterer Papst Alexander VII., lästerliche Äußerungen über Pumpernickel und das Wetter) – dargestellt war aber der König Gustav II. Adolf von Schweden (ebenfalls eine wichtige Figur im Dreißigjährigen Krieg, sogenannter Retter der Protestanten). Erinnerungsstätte der Stuttgarter Berthold und Claus Graf von Stauffenberg über ihren Weg in den Widerstand, sehr berührend.

Das Neue Schloss sieht aus wie das Fürstbischöfliche in Münster. Aber Schlossplatz ohne Parkplatz / Send-Platz: zahlreiche Bänke, Grünstreifen, Standbilder, Jubiläumssäule, Brunnen, hübsch!

Abends mit André und Elena Tickets für die geführte Besichtigung des Rathausturmes ergattert – Frau Schliwowski, Stadt Stuttgart, berichtete vom Gebäude und seinen Vorgängern, ähnlich wie in Münster Zerstörung des Rathauses und Wiederaufbau, nur hier total modern, Turmaußenfassade wurde über der alten Substanz errichtet, deshalb innen oft schräg, kurios!

151 Stufen später eine kleine erhaltene antiquarische Glocke, süß!

Oben (nach weiteren vielen Stufen, leider unterwegs verzählt, grrr) übernahm Herr Hirschmann, Glockenspielsachverständiger aus dem schönen Esslingen, wo er auch Konzerte gibt – erzählte anschaulich über Glockenspiele allgemein und zeigte speziell das Glockenspiel am Rathausturm aus nächster Nähe – wow! 30 Glocken, die tiefste klingt in F, das Nachfolgerglockenspiel aus den 50ern, vorher: 1925, samt frisch erfundener elektrischer Impulssteuerung. Alle Noten schreibt Herr Hirschmann selbst und demonstrierte uns mit zwei Liedern die Klangsteuerung über Computer und Spieltisch (total unromantisch: ein Keyboard… ein Schelm, wer dabei an den Stadthausturm Münster denkt… Grüße an „unsere“ Glockenspieler Manfred Schneider und James Schäfer!). Währenddessen: Schneegestöber über Stuggi!

Klickt den folgenden Link für einen kleinen visuellen und tonalen Eindruck:

Kurzer Ausschnitt: Glockenspiel-Video


Ein Tag mit Jan Jordan alias Deutschlandjäger (Klick!) – zum höchsten Ziel in ganz Stuggi: Fernsehtum! Denkmal, Wahrzeichen, Ur-Modell aller Fernsehtürme, zeitlos schöne Betonnadel.

Herr Buck, Cheftechniker vom SWR, ursprünglich aus Cuxhaven (!), jetzt seit 30 Jahren beim SWR, zeigte uns exklusiv das Innere des Fundaments – beeindruckend kleiner Raum, ein Gitternetz im Fuß fängt Schwingungen und Schwankungen auf, wie eine auf die Seite gelegte Leezenspeiche , ein maßstabsgetreues Modell des Turms samt Beleuchtung steht hier im „Buckschen Minimuseum“, und eine alte Wasserpumpe, Herr Buck erzählt: Früher lagerten viele Weinfässer hier unten, aber das neue Sicherheitskonzept verlangte deren Verlagerung… ich denke an Perkeo!

Einblick ins Treppenhaus: über 700 Stufen! Nur VIPs dürfen hier sein – z.B. Tower-Runner (Sky-Run) für Benefizveranstaltungen, cooooooool!

Herr Buck berichtet von seinem eigenen Ehrgeiz, den Rekord eines berühmten Treppensprinters zu knacken – kann ich gut verstehen. Vergaß zu fragen, ob hier auf den Stufen auch die Kehrwoche gilt…

Nächster Stopp: Veranstaltungsebene in 144m Höhe mit wunderbarem Ausblick über den Talkessel der Stadt. Hier feiern die Benzens, die Boschs, und ganz normale Leute – 40. Geburtstage und Trauungen.

Alleine das Gespräch mit Herrn Buck war die Reise wert, vielen Dank an dieser Stelle auch an Frau Gärtner, die das möglich gemacht hat! Alles Gute bald in München! Da stehen doch auch ein paar schöne Türme (Notiz an mich selbst).

Hier seht ihr ein Interview vom SWR mit Herrn Buck mit tollen Bildern: Zuhause bei Mr. Fernsehturm (Klick!)

Beim Klick auf die Fotos öffnet sich eine Galerie mit den Fotos größer und in besserer Qualität, die ihr Schritt für Schritt durchklicken könnt:

Stuttgart-Links:

SWR Fernsehturm

Netzwerk Citykirchen Projekte (Stifts-, Hospital- und Leonhardskirche)

Synagoge -Israelitische Religionsgemeinschaft Württembergs

Bahnhofsturm – Turmforum Bahnprojekt Stuttgart-Ulm

Rathaus und Glockenturm

Standseilbahn Stuttgart

Zahnradbahn „Zacke“

Stuttgart Marketing


Danke Jan, André und Elena für unvergessliche Stuggi-Momente, danke Daniel für unvergessliche High del Berg-Momente – ihr seid jederzeit in „meinem“ Münster herzlich willkommen, wir sehen und lesen uns, gell!

Und jetzt hat mich „mein“ Turm wieder. Tuuuuuuut!

2 Kommentare

  1. … schade, den Weg nicht ins turmreiche Speyer von Heidelberg aus gefunden zu haben! Die Türme von Kaiserdom, Gedächtniskirche und Josefskirche hätten sicher gefallen wie das Altpörtel, Deutschlands höchstes mittelalterliches Stadttor! Vielleicht klappt’s beim nächsten Urlaub vom Turm, willkommen in „meiner“ Stadt,
    Otmar Geiger
    Wohlleiblicher Herre Nachtrath zu Speier

    • Türmerin

      2018-04-07 at 7:45 PM

      Gott zum Gruße! Die Anzahl türmerischer Bildungsreisetage ist naturgemäß begrenzt, muss doch der Dienst in der Heimatstadt wieder aufgenommen werden; die Tour des Tours geht aber weiter, und Speyer steht selbstverständlich auf der Liste! Herzlich, Die Türmerin von Münster, Martje Saljé

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.