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Turm-Blick über Wallhecken: Meine neuen kuriosen Turm-Entdeckungen

In diesem Artikel möchte ich meine Begeisterung über Türme mit euch teilen – ein Turm-Blick über Wallhecken! Für mich gibt’s einige neue Erkenntnisse, für euch vielleicht auch, also kommt mit in die Welt der Türme – wenn man coronabedingt schon nicht reisen kann/sollte, virtuell geht das schon, gell!


Fünfknopfturm

Liebe Kaufbeurer, liebe Freunde unseres Fünfknopfes und alle die es vielleicht heute Abend noch werden wollen. Sind wir alle froh, dass unser Wahrzeichen bisher schon fast 600 Jahre überdauert hat. Dass es immer pflichtbewusste Türmer gab die den Fünfknopf und die Stadt vor weiterem Unbill bewahrt haben, so dass es uns nicht so ging wie im Jahr 1462 in Duisburg, als der Türmer neben der brennenden Kerze einschlief und dadurch der Turm der Salvatorkirche ausbrannte.
Ich lade Sie ein zu einem Besuch in unserem Fünfknopfturm anno 1903 beim damaligen Turmwächter Höntze. Er war damals schon telefonisch mit dem Rathaus verbunden (übrigens der erste Telefonanschluss in der Stadt Kaufbeuren).
Nachdem wir uns über die mehr als 80 Treppenstufen in den Turm emporgeschwungen haben, sind wir angenehm überrascht über die Häuslichkeit, die sich unser Höchstgestellter dort geschaffen hat. Während das aller höchste Stockwerk die Familienwohnung darstellt, präsentiert sich der darunterliegende Raum als möbliertes, mit den Bildern des Prinzregenten, des Kaiserpaares, schönen Landschaften und Photographien geschmücktes Empfangszimmer, das als besondere Eigenart mit Briefmarken tapeziert ist.
..“

Quelle: Anton Heider (Stadtführer) auf Fünfknopfturm-Website (20. Januar 2015, Mitgliederversammlung Förderverein Fünfknopfturm Kaufbeuren)

Der Fünfknopfturm ist das Wahrzeichen von Kaufbeuren, er hat seinen Namen von den fünf runden Nupsis auf der Hauptspitze und den vier sogenannten Scharwachttürmen.
Er ist Teil der Stadtbefestigung gewesen – wie bei uns in Münster der Buddenturm oder der Zwinger – und der Förderverein kümmert sich liebevoll und engagiert um den Erhalt und alles Drumherum des schönen ehemaligen Feuerwachturm aus dem Jahre 1420.
Bis 2014 war die Türmerstube bewohnt, seit 2018 bietet das Standesamt dort Trauungen an, hach, wie romantisch… (bevor jemand fragt: nein, in Münster’s Turmstube auf St. Lamberti ist das NICHT möglich! Wirklich nicht, bitte keine Bestechungsversuche!)

Kaufbeuren, das Tor zum Allgäu, ist natürlich auch auf meiner Liste der zu bereisenden Turm-Orte, denn es gibt außer dem Fünfknopfturm noch weitere Türme und eine in Teilen erhaltene Stadtmauer wie in Nördlingen (welches eines meiner Lieblingsziele ist, es gibt dort 7 aktive Türmer und 1 Turmkatze! Klick!).


Brochs

Als Brochs werden große runde Steintürme aus frühgeschichtlicher Zeit bezeichnet (Eisenzeit). Sie haben nicht das, was wir heute als Fenster bezeichnen, und sie sind komplett aus Trockenmauern (d.h. ohne Zement o.ä.) gebaut. Das Besondere: sie stehen nur in Schottland und den Inseln drumherum.

Viele Brochs sind heute Ruinen, aber ein paar sind auch aufwendig ausgebaut worden und bieten Tourist*innen ein besonderes Urlaubserlebnis – inklusive W-Lan, Sauna etc. (ob’s das wirklich braucht, ist sicherlich Geschmackssache)… Wer’s (après Corona) ausprobieren möchte, findet hier Informationen: Visit Scotland (Klick!)

Im Smithsonian Magazine las ich zu diesen interessanten Steintürmen folgendes:

„Brochs, which are alternatively classified as defensive forts, dwellings and status symbols, are impressive not only for their height, but for their double-walled construction. The round buildings’ layered walls have a gap in between them, making the fortifications about ten feet thick. These gaps, called galleries, may have afforded the towers’ inhabitants protection from rain and snow…“

Quelle: Theresa Machemer, Smithsonianmag.com vom 28. April 2020

Und zack! hab ich Bilder im Kopf, wie es wohl wäre, in so einem Broch zu wohnen (ohne W-Lan, Schnick und Schnack)…

Im Smithsonian geht es allerdings vielmehr darum, dass Archäologen und Architekten einen Broch neu bauen wollen, um zu erforschen, wie und warum genau diese Steintürme damals gebaut worden waren. Ein Klick auf das Screenshot-Bild führt euch zur Smithsonian-Seite:


Weitere Ideen für Urlaub in Türmen habe ich in der Süddeutschen Zeitung entdeckt – Evelyn Pschak schreibt über Türme als Kulturleistung, Klick!


Na, dann können wir ja schon mal in Planung gehen für die Après-Corona-Zeit. Und bevor ihr irgendwo anders hinfahrt, besucht doch erstmal Münster, ihr wisst schon, die Stadt des Westfälischen Friedens mit den Friedenssignalen jeden Abend außer dienstags – Inspirationen gibt es hier: MÜNSTER MARKETING, Klick!

Ich wünsche euch allen weiterhin Gesundheit, Resilienz, Lebensfreude, haltet euch stabil – ich tute für euch!

Eure Türmerin von Münster.

2 Kommentare

  1. Hannes Demming

    Al wier wat gewaar wuorn, wao ik bes nuhento nix van wust häf: den Fiefknaipetorn in Kaufbeuren un de Brochs bi use skotsken Frönde! Sas bedankt sien, laiwe Törnerske. In de Stad, wao ik bes vüör 21 Jaore arbeidt häf, Riäkelhusen, gif et auk en Torn, we fröher to de Stadmüern hörde: den Quaodentorn; dao kammen de Daiwe, Raibers usw. in to sitten. Vlicht auk maol interessant. Män blief du in düsse werigen Tiden med dienen Püüster düörgaohens hier un pas Mönster up: Dat is de Baas! En Sprüekword nao, wat med Tuten und Blaosen to doon hät: „Wel in’t Füer blös, den flaigt de Funken in de Augen!“ Gued, dat du di an dinen Püüster up Sünte Lamberts Torn höls.

    • Türmerin

      Püüster! Oh, welch wunderbares Wort! Vielen herzlichen Dank allein schon dafür! 😀

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