Türmerin von Münster

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Schlagwort: Recherche

„Guter Montag“ – inklusive Turmstubenbücher Juni 2019

Alle drei Jahre wird in Münster ein Traditionsfest gefeiert: Der Gute Montag. Ein Festakt der Bäcker- und Konditoren-Familien.

Mit traditionellen Traditionsfesten und gepflegter Brauchtumspflege kennen wir uns in Münster aus, das ist etwas, was mir ganz besonders gut an dieser Stadt gefällt. Hier weiß man um die Bedeutung der Geschichte, hält sie und die Erinnerung an sie lebendig und ist gleichzeitig offen für Neuerungen und ganz im Hier und Jetzt.

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Schlossgeflüster

Münster – ich bin nicht zufällig hier gelandet, mitten drin, mit Blick auf den Prinzipalmarkt, die Giebelhäuser und ringsumher viele Gotteshäuser…

„Wenn ich groß bin, möchte ich in einer modernen und gleichzeitig geschichtsträchtigen Stadt leben und arbeiten, am liebsten in Münster“ – so steht‘s in meinem Tagebuch von damals, datiert auf kurz nach dem Zwiebelnkrieg (ungefähr). Besonders groß bin ich nicht geworden, aber das mit Münster hat funktioniert!

Von meiner Münsterbegeisterung erzähle ich gerne so hier und da im Privaten, und jetzt hat sich eine schöne Gelegenheit ergeben, öffentlich zu schwärmen – und dabei auch vor allem meinen aktuellen Recherchestand zum Thema Türmer in Münster darzulegen:

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Joseph und der schiefe Turm von Münster. Eine unglaubliche, aber wahre Geschichte

Seit ich Türmerin von Münster bin (2014) suche und sammle ich alles über die Männer, die vor mir seit 1383 Turmdienst hatten. Ihre Namen, ihre Lebensgeschichten, alles, was ich finden kann in den Archiven, Bibliotheken und Privatsammlungen.

Die bei weitem erstaunlichste Geschichte ist die von Joseph und dem schiefen Turm von Münster. Und die geht so: Weiterlesen

Schatz geborgen! Im Handschriftenlesesaal wohnt das Glück…

Die Netzwerkerei birgt immer wieder freudige Überraschungen: Mich erreichte der Tipp, dass eine Sammlung eines gewissen Johannes RÖDIGER aus Münster, seines Zeichens in Erscheinung getreten als „Königlicher Hof-Maurermeister“, „Feuer-Societäts-Commissar“ und „Gerichts- und Feuersoz.-Taxator“, in den Katakomben der ULB (Universitäts- und Landesbibliothek Münster) schlummerte und nur auf mich wartete.

Und tatsächlich: Das Schlagwort „St. Lamberti“ kam in der Beschreibung der besagten Sammlung vor, und diese Recherche versprach, ergiebig zu sein…

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Kurioses aus den Jahren 1880 und 1881

Zum Wochenende mit Sonnenschein noch ein wenig Staunen und Kopfschütteln:

Neulich bei der Recherche im Stadtarchiv… eigentlich auf der Suche nach etwas völlig anderem… Der Gang zum Mikrofilm-Gerät, die richtige Filmdose mit der Beschriftung „Westfälischer Merkur 1880-1881“ eingelegt, scharf gestellt, und los ging’s… da fiel mir so Dieses und Jenes ins Auge, woran ich die interessierte Leserschaft gerne teilhaben lasse – ein kleiner Einblick in die Recherchearbeit (auch bekannt als „Vom Hölzken aufs Stöcksken“):

Am 13 September 1880 gab es anscheinend eine Schlägerei, beteiligt waren 3 Artilleristen und 7 Zivilisten. Wer angefangen hat, ist nicht festzustellen. 

 

„15. Januar 1881: Ein fremder Mensch versuchte gestern vor Mauritzthor auf die Tochter eines hiesigen Postschaffners ein unsittliches Attentat. Er wurde aber verscheucht. Seine Identität ist festgestellt.“

 „4. März 1881: Der Besuch des Schloßgartens ist Kindern unter 10 Jahren ohne Aufsicht von Erwachsenen nicht mehr gestattet.“

 „5. April 1881: Kürzlich haben wieder mehrere Zigeunerbanden die hiesige Gegend unsicher gemacht. (…) Eine andere Bande (…) kam nicht so billig (…) davon, sondern wurde von den Bauern so weidlich durchgeprügelt, daß sie die Lust zur Wiederkehr dorthin so bald nicht anwandeln wird. Es dürfte doch nun endlich wohl an der Zeit sein, das Land von einer solchen Plage zu befreien.“

 „11. April 1881: Die ersten Schwalben haben sich, wie man beobachtet hat, wieder hier eingefunden.“

 

(sic!)

Wenn ich jetzt noch einmal jemanden sagen höre, früher sei alles besser und friedlicher gewesen . . . ähm – sind eigentlich schon die ersten Schwalben gesichtet worden? 😉

Übrigens: Die Artikel, nach denen eigentlich gesucht worden war, habe ich dann auch noch gefunden – doch das ist eine andere Geschichte, die vielleicht eines anderen Tages hier erzählt werden wird.