Türmerin von Münster

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Autor: Türmerin (Seite 1 von 47)

Turmstubenbücher Dezember 2019

Iris Brandewiede Buch 2019
Iris Brandewiede, Hausfrau & Mutter, berufstätig. Tofte Geschichten aus der lebenswertesten Stadt und dem Rest der Welt. Kleine Reihe Literatur, 31, agenda Verlag, Münster 2019
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Was macht denn das Türmerhorn auf dem Bauernhof?

Foto: Michael Kestin
Foto: Michael Kestin

Das Horn, welches mir 2014 feierlich übergeben worden ist, wurde 1950 angefertigt. Die Gravur besagt:

Anstelle des im Weltkrieg 1939-45 vernichteten alten Türmerhorns aus dem 16. Jahrhdt. angefertigt zur Wiedereinführung des Türmers v. St. Lamberti am 6.12.1950 
Werkstatt K. Schräge Werkschule Münster.
Inschrift am Türmerhorn

Diese Werkstatt existiert nicht mehr. Deshalb wurde das Horn auch zur Wartung in die fachkundigen Hände der Blechblasmusikinstrumentebauer Ott gegeben, als das Mundstück-Innenleben einmal schnarrte und hakte.

Nun begab es sich aber just, dass ich einen meiner raren Informationsvorträge hielt und dabei selbst eine höchst interessante Geschichte erfuhr.

Eingeladen war ich von den Landfrauen Sprakel in den Heimathof des Heimatvereins Sandrup – Sprakel – Coerde e.V. (gegründet 1938) – übrigens ein wunderschöner Ort, an dem Geschichte erlebbar gemacht wird!

Und dort begegnete ich einer Dame, die mir berichtete, sie habe 1950 als Kind in das neu angefertigte Türmerhorn getutet, und zwar auf ihrem Bauernhof.

Was machte denn das Türmerhorn auf dem Bauernhof? fragte ich ungläubig.

Dort sei eine Flüchtlingsfamilie einquartiert gewesen, und der Sohn habe damals eine Lehre gemacht bei der Werkschule, als Blechblasinstrumentenmacher. Da gab es dann die Aufgabe, ein neues Horn anzufertigen für den Türmer von St. Lamberti, der 1950 als einer der ersten städtischen Angestellten überhaupt wieder im Dienst war, als Zeichen und Symbol, dass es weitergeht in Münster, auch wenn alles in Trümmern liegt.

Der Kollege auf dem Turm damals hieß Karl Greuling – ich habe über ihn berichtet, er schrieb Gedichte und vertonte sie auf seiner Zither (Klick).

Und der Lehrling, der das neue Türmerhorn einfach mal nach Hause mitnahm und alle Kinder auf dem Bauernhof hineintuten ließ, hieß Christian Scholz. Dessen Familie sei nach Australien ausgewandert, wusste meine Informantin im Heimathof am Max-Klemens-Kanal. Und Christian Scholz habe später eine eigene Werkstatt aufgemacht. Wenn ich es richtig behalten habe, im Sauerland.

Aufruf:

Wenn jemand hier mitliest, der den Kontakt herstellen kann zu Christian Scholz oder seinen Angehörigen oder anderen ehemaligen Lehrlingen und Mitarbeitern der Werkschule, die das neue Türmerhorn erschaffen haben, so wäre ich sehr erfreut über eine Nachricht!

Fazit: Unverhoffte Mosaikteilchen der Türmergeschichte in Münster sind immer herzlich willkommen, ich staune immer wieder über neue Erkenntnisse und freue mich darüber! Das ist Historytainment pur!

Turmstubenbücher November 2019: Gemüsikalisch und reisehistorisch!

Draußen meimelt’s, jede halbe und jede volle Stunde wird die Türmerin bei ihrem Rundgang hoch oben um die Turmspitze von St. Lamberti nass – aber immerhin hat sie es drinnen fein und hyggelig.

Und es gibt neue Turmstubenbücher! Das eine ist sehr gemüsikalisch, und das andere reisehistorisch wertvoll. Und zwar… :

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Tour des Tours: Ghent!

Wenn man früh in Münster losfährt, über Aachen, Köln, Liège-Guillemins und Bruxelles, dann kommt man in ca. 5,5 Stunden in Ghent, Belgien, an. Und dort hat man dann eine Menge zu sehen und kennenzulernen… Ein interessantes, historisches Bauwerk nach dem anderen, pittoreske Plätze, Brücken, Ausstellungen… und die wohl gastfreundlichsten Flamen, denen ich je begegnet bin: Sylvia und Michiel.

As this is in fact another towerkeeper‘s travel-story, and it is going to be very international, I continue in English.

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Turmstubenbücher Oktober 2019

Ich ziehe um – etwas weiter nördlich, aber immer noch mit 481** als Postleitzahl – und da der Weg zum Arbeitsplatz und damit zur schönsten Kirche weit und breit (total subjektive Meinung!) nun etwas weiter ist, probiere ich es mit einem Pedelec. Huiiiiiii! Das macht Laune! Guter Rad ist zwar teuer, aber lohnt sich 😉

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