„Von dem alten Turm hat man nur drei Einrichtungen auf den neuen hinübergerettet: den Turmwärter (…), und die drei Käfige der Wiedertäufer (…). Der dritte Zeuge aus vergangenen Zeiten ist die Brand- oder Ratsglocke mit dem „Wappen des Rades tho Munster“ und der Umschrift ‚Vocor horribilis tempore periculi cives convocans. Anno Domini MDXCIIII‚ (1594). Mit ihrer Hilfe wurde früher bei Bränden die Bürgerschaft zusammengerufen. Sie wird heute bei der Wahl des Oberbürgermeisters und der Stadtverordneten geläutet. Das stolze Bauwerk der Lambertikirche trägt den Beinamen ‚Bürgerdom‘, im Gegensatz zu dem Dom der Geistlichkeit auf dem einst lindenbestandenen Domplatz.“
Schlagwort: Türmerin (Seite 25 von 30)
Im Wonnemonat Mai zuerst ein paar erklärende Zeilen für die Neu-Reinklicker*innen, was es mit diesen Turmstubenbüchern auf sich hat:
Zu Beginn jedes neuen Monats nehme ich zwei oder mehr Bücher, die ich vorher nicht kenne, mit in die Turmstube. Dabei kann es sich um Empfehlungen handeln oder auch um Bücher, die mir zufällig zugeflogen sind.
In der Reihe „Turmstubenbücher“ möchte ich keine Rezension, keine Buchkritik präsentieren. Mich interessiert, ob ein Buch etwas mit mir, mit Münster, mit dem Lambertiturm oder auch anderen Türmen zu tun hat. Wenn es einen persönlichen oder interessanten Bezug gibt, wenn etwas mich neugierig macht, möchte ich meine Follower teilhaben lassen!
Ich schaue mir vor Mitnahme in die Höhe selten mehr als Titel, Cover, Klappentext an, entscheide oben über Turm-oder-Münster-oder-so-Relevanz.
Da in der Turmstube hohe Luftfeuchtigkeit & Kälte Hand in Hand gehen, transportiere ich die guten Werke (und auch meine Instrumente) immer wieder in die Welt-da-unten nach Gebrauch.
Da trifft es sich gut, dass am 4. Mai um 15:30 Uhr ein weiteres „Turmstubenbücher“-Event live und in Farbe in der Stadtbücherei Münster vorgesehen ist! Bei freiem Eintritt und guter Laune sehen wir uns also dort – und ich stelle eine höchst subjektive Auswahl der bisher erschienen Blogartikel der Reihe „Turmstubenbücher“ vor. Außerdem erzähle ich aus dem Türmerinnenleben, weitere Zutaten sind Musik, Fotos und eine Fragerunde.
Ode an die Feuerwehr
„Türmer*innen sind die sicht- und vor Allem hörbare Vertretung der Stadtoberen, die sogar des Nächtens noch pflichtbewusst und verlässlich für das Wohl der Bürger*innen Sorge tragen“ –
so lautet eine überlieferte Beschreibung aus Münster, Westfalen.
Türmer haben bekannterweise seit dem Mittelalter die Pflicht der Brand- und Gefahrenwacht, sie sollen gegebenenfalls frühzeitig warnen; „durch den Ruf „FEURIO!“, das Schlagen der Rats- und BRANDglocke und das Blasen des Alarmsignals.
Aber dann! Was passiert eigentlich dann? Wer löscht die Brände? Wie? Womit?
Turmstuben-Bücher Juni 2015
Der Juni in der Turmstuben-Bücherei sieht folgende Werke und Vorstellungen vor:
Jutta Langheineke und Wolfgang Schmid: „Dachterrassen. Inspiration und Gestaltung“
und
Uwe Timm: „Montaignes Turm. Essays“
Außerdem -> Eine Neuerscheinung und Geschenkidee (außer Konkurrenz):
Annette Muenster: „Über den Dächern von Münster – Die Türmerin“
Und:
Tiroler Autor*innen gründen den Turmbund in Innsbruck.
Höhenschwindel
Eins steht fest: Ein Türmer / eine Türmerin sollte kein Höhenangst haben. Das Beitragsfoto zeigt die Türmerin von Münster in 75m Höhe an ihrem Arbeitsplatz auf St. Lamberti, es stammt von Roman Mensing. Da Höhe immer wieder ein Thema bei Gesprächen und Interviews ist, gibt es jetzt hier einen kleinen Beitrag über das, was ein Turm (oder ein Berg oder ein Heißluftballon oder ein Flug auf dem Besen…) beim Menschen auslösen kann (aber nicht muss). Die Grundlage des Beitrages lieferte u.a. der Artikel „Hier geht’s runter“ von Patrick Illinger, erschienen in der Süddeutschen Zeitung Nr. 106 vom 9./10. Mai 2015.


