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Schlagwort: Lyrik (Seite 4 von 4)

Paulus und sein Dom

Der St. Paulus-Dom zu Münster feiert Anno Domini 2014 sein 750jähriges Jubiläum. Es gibt zahlreiche sehr interessante Veranstaltungen in diesem Zusammenhang – nachzulesen hier: DOMJUBILÄUM

Jeden Abend (außer Dienstag) geht der Blick natürlich auch gen Westen, zu schauen, wie’s dem Dom so geht und seinen beiden Türmen. Wenn der Nebel zu dicht ist, ahnt das Auge nur mehr die Schemen, bei guter Sicht geht bei Sonnenuntergang der mächtige Scheinwerfer an und setzt die Türme ins strahlende Hell. Und zwischen den beiden Türmen des Paulusdoms erblickt die Türmerin das fürstbischöfliche Schloss…

Die beiden Domtürme zu Münster

 

Daß solchem Dome stolz und reich

Ein Turm zu wenig sei,

Das sah der alte Meister gleich,

Darum erbaut‘ er zwei.

 

 

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Totentanz

In Münster wird seit 1383 (und wahrscheinlich auch schon früher) vom St. Lamberti-Kirchturm aus gewacht, ob räuberische Banden die Stadt überfallen oder ein Feuer ausbricht. Der Türmer – seit 2014 die Türmerin – hält Ausschau und bläst ein Entwarnungs- oder Warnsignal (je nachdem…), und zwar nach Süden, nach Westen, nach Norden. Niemals aber nach Osten. Warum?

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Achtung Lyrik!

Herr Ulrich Löchner hat mir aus dem Nachlass seines Vaters ein Werk gesandt:
Friedrich Löchner „Das spricht Bände“. drei-ECK-Verlag Bochum 1999
Ich bin ihm dafür sehr dankbar. Er hatte in den Medien gehört, dass ich Gedichte und Geschichten mit Türmer- und Turmbezug sammel… und in dem genannten Buch seines Vaters findet sich so viel Wundervolles, das perfekt in meine Sammlung passt.
Einen Auszug möchte ich an dieser Stelle vorstellen! Die Vorlage bildet hier Goethes berühmter Türmer Lynkeus (siehe Faust II,V):
Lieder des Türmers (Metamorphosen) von Friedrich Löchner
I
Zum Planen geboren,
Zum Schaffen bestellt,
Dem Werke verschworen,
Gefällt mir die Welt.
Ich seh in die Ferne
Mit kunstvollem Plan,
Und hätte so gerne
Das Werk schon getan.
Ich seh‘ schon errungen
Die anmut’ge Zier,
Und weil mir’s gelungen,
Geling‘ ich auch mir.
Ihr glücklichen Hände,
Was je euch gelungen,
Es sei am Ende
Noch lange besungen!
(…)
V
Zum Tönen geboren,
Den Noten gesellt,
Den Klängen verschworen,
Gefällt mir die Welt.
Ich bring‘ sie zum Schwingen,
Zum Singen und Klingen,
Den einsamen Ohren
Gemeinschaft zu bringen.
In Leiden und Freuden
Bin ich zugegen,
Darf mich vergeuden
Und Sinne erregen.
Ihr glücklichen Hände,
Was je euch gelungen,
Es sei am Ende
Noch lange besungen!
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