… Nun ist das neue Jahr auch schon wieder einige Wochen alt. Und die Ereignisse da draußen überschlagen sich. In der Turmstube vergeht die Zeit zwar wirklich anders, aber mit dem Blick über die Wallhecken ist man auch hier mittendrin in Münster…
Da sich alles so schnell weiterdreht, ist es manchmal schwierig, ein vorbeifliegendes Thema zu erfassen, festzuhalten und die richtigen Wörter zu finden, um es nachhaltig zu beschreiben. Im Gedenken an alle Türmer vor mir bin ich zu dem Schluss gekommen, es wie sie zu halten: Münster, Brauchtumspflege, Tradition stehen an erster Stelle, und dann sofort weiterhin die Überführung dieser Themen und Werte in die heutige Zeit, eine gedankliche Brücke wird gebaut, und wenn auch alles andere uns irgendwie zu entgleiten droht – eines ist sicher: Das Tuten vom Lambertikirchturm.
Was sehe ich von hier oben, was erzählen die Geister vergangener Epochen, was zeichnet sich am zukünftigen Horizont ab? Von allen interessanten Ereignissen, groß und klein, präsentiere ich hier eine winzige Auswahl – in Münster ist aber tatsächlich so viel los, dass es sich immer lohnt, in der Münster Information vorbei zu gehen, die aktuellsten Flyer liegen außerdem in der Stadtbücherei aus und haltet auch online immer die Ohren und Augen auf – oder fragt mich, wenn euch etwas Spezielles interessiert, ich unterstütze immer gerne im Rahmen meiner türmerischen Möglichkeiten!
Es ist wieder Send!
Der Frühjahrssend wird bald wieder auf dem Schlossplatz stattfinden – 7.3. bis 15.3. (Klick!) – dann wird wieder von den höchsten Fahrgeschäften Richtung Lambertikirchturm gewunken und vice versa!
Ob frühere Türmer auch den Sendgästen gewunken haben?
Der Markt fand ja lange Zeit ursprünglich auf dem Domplatz statt, in Rufweite der Turmstube auf St. Lamberti, da er nach an die Synode stattfand (geistliche Versammlung unter Vorsitz des Bischofs).
Aus Synode wurde Send. Ein Ort der Vergnügung und der Buden. Im Anschluss an das Treffen im Tagungsort „Kirche“, zunächst 3 Tage lang, ab 1720 dann 8 Werktage, damit sowohl die auswärtigen Kaufleute als auch die Bevölkerung Münsters mehr Zeit hatten, win win!
Früher wie heute brauchen Menschen Gelegenheit für eine Atempause, für Zerstreuung, für eine bunte Auszeit von der Realität. Der Send mit allen fröhlichen Angeboten für Groß und Klein bietet eine sehr gute Chance dafür – ich wünsche allen Gästen dort eine richtig schöne Zeit!
80 Jahre Nordrhein-Westfalen
Und im August, genauer gesagt vom 28. bis 30 August 2026 ist Münster dann tatsächlich der Mittelpunkt der Wel… ähm, von NRW – beim 80. Geburtstag meiner Wahlheimatregion! Der Nordrhein-Westfalen-Tag verspricht ein „buntes Programm aus Musik, Kultur, Mitmachaktionen und spannenden Ausstellenden – ein Wochenende für die ganze Familie. Unter den Leitmotiven Demokratie, Klima, Vielfalt und Frieden wird die Innenstadt von Münster zu einem lebendigen Festplatz, der Menschen verbindet und begeistert.“ (Quelle: Nordrhein-Westfalen-Tag, Klick!)
Ich bin gespannt, welche Erlebnisse und Begegnungen dies mit sich bringen wird. Das Stadtfest Münster mittendrin ist in diesem Jahr auch ein Teil dieses Großereignisses!
25 Jahre Selige Schwester Euthymia
Die Clemensschwester Maria Euthymia wurde im Jahr 2001 selig gesprochen. Sie wird über die Grenzen Münsters hinaus in aller Welt verehrt, und ich als Nicht-Katholikin bin beeindruckt vom Gesamtphänomen Euthymia – nach ihrem viel zu frühen Tod 1955 im Alter von 41 Jahren sind Menschen allen Alters und Glaubens fasziniert von dieser Frau, über die vor allem ihre unglaubliche Bescheidenheit und tiefe Gläubigkeit überliefert sind. Selbst die schwersten Aufgaben und Verpflichtungen hat sie ohne sich jemals auch nur im Geringsten zu beklagen angenommen und war stets die Freundlichkeit in Person.
Ich erkenne eine Sehnsucht der heutigen Menschen, die sich mit Schwester Euthymia beschäftigen, etwas von ihrer Gelassenheit und inneren Stärke möge auf uns abfärben… wir könnten es gerade heute sehr gut gebrauchen.
Was zum Jubiläum ihrer Seligsprechung geplant ist, lest ihr bei Kirche + Leben (Klick!) und natürlich bei den Clemensschwestern auf der Internetpräsenz, wo es auch den Jahresbrief mit vielen weiteren berührenden Impulsen zu lesen gibt: Jahresbrief 2026, Klick!
Skulpturenvorfreude
Am Horizont erahnt man sie schon: Die Skulpturprojekte! Alle 10 Jahre wird Münster zur Kunsthauptstadt, zeitgenössische Kunst im öffentlichen Raum, 2027 ist es wieder soweit, juhu!
Am 13. Juni 2027 geht es los, bis zum 3. Oktober wird alles aufgefahren, was man sich wünschen kann, wenn man ein Herz für Kunst und Kultur hat.
„Die Skulptur Projekte 2027 verstehen sich dabei als Einladung, einander zuzuhören, gemeinsam zu lernen und dabei zugleich darüber nachzudenken, welche Beziehungen dieser spezifische Ort und Moment zu anderen hat, und welche Resonanzen zwischen ihnen nachhallen. Im Zentrum der Skulptur Projekte 2027 steht das poetische, philosophische und verbindende Potential der Kunst.“
https://skulptur-projekte.de/
Das finde ich äußerst ansprechend, und all diese Planungen und positiv besetzten Ereignisse lassen mich nicht verzweifeln, und sie erfüllen mich mit Dankbarkeit und der Bestätigung, dass dies wahrlich eine gute Wahl für eine Wahlheimat ist.
Wie die Autorin und Künstlerin Marion Lohoff-Börger jüngst schrieb: „Sagen Sie niemals ‚Ich komme nicht von hier.‘ Sie sind hier und deswegen kommen Sie auch von hier. Und keine elitäre Sprache oder Herkunft ändert etwas daran.“ Quelle: RUMS, Klick!
In diesem Sinne – Münster, NRW, Melting Pott – bleibt bitte unbedingt optimistisch, es lohnt sich, wir haben noch viel vor. Was sind eure Pläne? Ich freue mich von euch zu lesen und zu hören!
Eure Türmerin von Münster.



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