direkt vom turm gebloggt

Schlagwort: Stadt- und Marktkirche (Seite 1 von 2)

Trompete und Hanse

Urlaubstage sind ideal, um sich intensiv den Spezialinteressen zu widmen. In meinem Fall ist das natürlich die Geschichte – insbesondere die Geschichte von Traditionen rund um Türmer und Türmerinnen. Welche tolle Begegnung ich kürzlich hatte, auf welche kommenden Highlights ich mich freue und welche Rolle die Hanse dabei spielt, das lest ihr im aktuellen Beitrag – direkt vom Turm gebloggt, in diesem Fall sogar von ZWEI Türmen…!

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Ganz nach oben – per Multimedia-App!

Immer wieder wird gefragt, ob es nicht doch – eventuell vielleicht nur ein einziges Mal bitte bitte bitte ich sag’s auch niemandem und bringe einen schönen Rotwein mit – möglich sei, auf den Turm von St. Lamberti zu steigen, am besten ganz hoch zur Türmerin ins höchste städtische Büro der Innenstadt… Ja, jetzt geht das, und zwar per App: Explore Münster – Dein Stadtrundgang!

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In der Turmstube von St. Lamberti allem menschlichen Treiben entrückt…

Ein weiteres hochinteressantes geschichtliches Zeugnis der besonderen Art hat mich erreicht, darin heißt es:

Die jeweilige Brandordnung wurde schon seit 1554 in den Morgenstunden „des Tages vor Thomas Apostoli“ (20. Dezember) auf der alljährlichen Versammlung der Bürgerschaft im Rathaus öffentlich durch den Stadtsecretarius verlesen. Alle Layschaftsdiener waren verpflichtet, an den Vortagen sämtliche Bürger unter Angabe der genauen Tagesstunde aufzufordern, zur Verlesung der Brandordnung zu erscheinen. Am Versammlungstage rief die Brandglocke von St. Lamberti und das Horn des Turmbläsers die Bürgerschaft zur festgesetzten Stunde auf das Rathaus.

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Das Signal. In Zeiten von Frieden und Gefahr.

Oft werde ich nach dem Signal gefragt, was ich der langen Tradition der Türmer vor mir folgend vom Turm der St. Lambertikirche zu Münster mit dem langen Kupferhorn von mir gebe. In einem früheren Artikel habe ich es „die hohe Kunst des Tutens“ genannt, an dieser Stelle möchte ich es noch einmal genauer beleuchten.

Übrigens: Auch in der letzten Nacht des Jahres wird traditionell getutet, auch um Mitternacht, wenn die meisten anderen Menschen mit der Böllerei beschäftigt sind.
Silvester auf dem Turm sieht so aus: Die engsten Freund*innen und liebsten Verwandten sind zu Gast – ausnahmsweise an diesem Ausnahmetag! – und schauen mir beim Tuten zu. Nach dem Mitternachts-Tuten singen alle Auld lang syne, auch bekannt als „Nehmt Abschied, Brüder“, das im Gedenken an die Verstorbenen und allgemein als Abschiedslied gesungen wird. Die globale Pfadfinderbewegung singt es auch am Ende von Veranstaltungen.

Im Jahr 2019 fällt der Silvesterabend auf einen Dienstag – und der Dienstag ist der einzige freie Tag der Türmerin… keine Turmparty also! Aber euch wünsche ich schon mal einen GUTEN RUTSCH! 🙂

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