[Auszug aus dem Turmstubenbuch des Monats Juli 2018:]
Lambertiviertel – schillernd seit eh und je
Schlank aufragend steht sie da und weithin unübersehbar, in der Mitte einer Ansiedlung von Menschen, die Lambertikirche mit ihrem die Wolken kitzelnden Turm. Anders als der breite und trutzige Paulusdom, der die Hauptkirche der Diözese Münster ist, will Sankt Lamberti die Rats- und Marktkirche der Bürger sein, sozusagen in mehr oder weniger frommer Konkurrenz zum benachbarten Dom des Bischofs.
Kategorie: Türmerin und Skurriles (Seite 7 von 18)
Sinnverwirrendes Orgelspiel macht Bürger rasend
Ist es nicht wirklich ein Scandal, daß im Mittelpunkt von Münster, einer civilisirten Stadt, der Hauptstadt Westfalens, Carroussels, Mordgeschichten etc. ihr Standplatz gewährt wird, die durch ihr sinnverwirrendes, betäubendes, zwerchfellerschütterndes, bis zum späten Abend andauerndes Orgel-Spielen, Singen u. Lärmen die umwohnenden Bürger zur Verzweiflung treiben, Kranken eine Geißel sind und endlich solche, die den ganzen Tag angestrengt geistig arbeiten müssen, rasend machen?
Quelle: Leserbrief vom 8. März 1883 im Westfälischen Merkur
Selbstverständlich gibt es ein Fernglas in der Türmerstube. Und selbstverständlich wird es auch benutzt – wenn ich Rauch sehe, muss ich ja schließlich schauen, ob und wo genau es brennt, damit die Kolleg*innen von der Feuerwehr zielgenau zum Löschen fahren können. In jeder gut sortierten europäischen Türmerstube stand oder steht ein Fernglas!

Zeiss-Fernglas des Türmers auf dem St. Stephansdom (Wien) ab 1931 (das Bild hängt in der Türmerstube St. Lamberti)
In einem beliebten Karnevalslied wird allerdings vorm Türmer mit Turmfalkenblick gewarnt:
Turmstubenbücher April 2018
Im Monat April finden wieder zwei neue Bücher den Weg in die Türmerstube auf St. Lamberti:
1.) Gertrud von le Fort, Der Turm der Beständigkeit.
2.) O. W. Müberlin, Heini und die Belagerung von Jerusalem.


