Türmerin von Münster

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Was macht denn das Türmerhorn auf dem Bauernhof?

Foto: Michael Kestin
Foto: Michael Kestin

Das Horn, welches mir 2014 feierlich übergeben worden ist, wurde 1950 angefertigt. Die Gravur besagt:

Anstelle des im Weltkrieg 1939-45 vernichteten alten Türmerhorns aus dem 16. Jahrhdt. angefertigt zur Wiedereinführung des Türmers v. St. Lamberti am 6.12.1950 
Werkstatt K. Schräge Werkschule Münster.
Inschrift am Türmerhorn

Diese Werkstatt existiert nicht mehr. Deshalb wurde das Horn auch zur Wartung in die fachkundigen Hände der Blechblasmusikinstrumentebauer Ott gegeben, als das Mundstück-Innenleben einmal schnarrte und hakte.

Nun begab es sich aber just, dass ich einen meiner raren Informationsvorträge hielt und dabei selbst eine höchst interessante Geschichte erfuhr.

Eingeladen war ich von den Landfrauen Sprakel in den Heimathof des Heimatvereins Sandrup – Sprakel – Coerde e.V. (gegründet 1938) – übrigens ein wunderschöner Ort, an dem Geschichte erlebbar gemacht wird!

Und dort begegnete ich einer Dame, die mir berichtete, sie habe 1950 als Kind in das neu angefertigte Türmerhorn getutet, und zwar auf ihrem Bauernhof.

Was machte denn das Türmerhorn auf dem Bauernhof? fragte ich ungläubig.

Dort sei eine Flüchtlingsfamilie einquartiert gewesen, und der Sohn habe damals eine Lehre gemacht bei der Werkschule, als Blechblasinstrumentenmacher. Da gab es dann die Aufgabe, ein neues Horn anzufertigen für den Türmer von St. Lamberti, der 1950 als einer der ersten städtischen Angestellten überhaupt wieder im Dienst war, als Zeichen und Symbol, dass es weitergeht in Münster, auch wenn alles in Trümmern liegt.

Der Kollege auf dem Turm damals hieß Karl Greuling – ich habe über ihn berichtet, er schrieb Gedichte und vertonte sie auf seiner Zither (Klick).

Und der Lehrling, der das neue Türmerhorn einfach mal nach Hause mitnahm und alle Kinder auf dem Bauernhof hineintuten ließ, hieß Christian Scholz. Dessen Familie sei nach Australien ausgewandert, wusste meine Informantin im Heimathof am Max-Klemens-Kanal. Und Christian Scholz habe später eine eigene Werkstatt aufgemacht. Wenn ich es richtig behalten habe, im Sauerland.

Aufruf:

Wenn jemand hier mitliest, der den Kontakt herstellen kann zu Christian Scholz oder seinen Angehörigen oder anderen ehemaligen Lehrlingen und Mitarbeitern der Werkschule, die das neue Türmerhorn erschaffen haben, so wäre ich sehr erfreut über eine Nachricht!

Fazit: Unverhoffte Mosaikteilchen der Türmergeschichte in Münster sind immer herzlich willkommen, ich staune immer wieder über neue Erkenntnisse und freue mich darüber! Das ist Historytainment pur!

Stadtmauerfest! Die Türmerin von Münster zu Gast in Nördlingen

Der September 2019 ist für mich persönlich ein toller und voller Monat – lauter interessante Veranstaltungen, doch man kann einfach nicht überall gleichzeitig sein. Das Schauraum-Wochenende in Münster habe ich leider dieses Jahr verpasst (hier seht ihr beim WDR, wie’s war, falls ihr’s auch verpasst habt, klick!) – weil ich zu einem einzigartigen Großereignis von historischer Bedeutung gefahren bin – zum Stadtmauerfest nach Nördlingen, welches nur alle 3 Jahre stattfindet …

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Andere Türme – andere Sitten! (Inkl. Turmstuben-Bücher Juli/August 2019)

Auch andere Städte haben schöne Türme… und auch Türmer und Türmerinnen gibt es hie und da – allerdings gibt es allüberall unterschiedliche Sitten und Gebräuche. Hier für euch ein kleiner Turm-Türmer-Türmerinnen-Vergleich…! Außerdem bin ich im Juli und August 2019 mit zwei neuen Turmstuben-Büchern beschäftigt…

Glückliche Türmerin. Foto: Michael Kestin, www.michael-kestin.com
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„Guter Montag“ – inklusive Turmstubenbücher Juni 2019

Alle drei Jahre wird in Münster ein Traditionsfest gefeiert: Der Gute Montag. Ein Festakt der Bäcker- und Konditoren-Familien.

Mit traditionellen Traditionsfesten und gepflegter Brauchtumspflege kennen wir uns in Münster aus, das ist etwas, was mir ganz besonders gut an dieser Stadt gefällt. Hier weiß man um die Bedeutung der Geschichte, hält sie und die Erinnerung an sie lebendig und ist gleichzeitig offen für Neuerungen und ganz im Hier und Jetzt.

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Der Fisch aus den Baumbergen – Blupp!

Eine wirklich kuriose wahre Geschichte las ich kürzlich bei Recherchen zu dem Bildhauer Franz Brabender, die möchte ich mit euch teilen:

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