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Autor: Türmerin (Seite 40 von 70)

Martinstag in Münster

Mein Opa hieß Martin. Opa Martin war Geschichtslehrer und vermochte es, so anschaulich zu erzählen, dass man meinte, er sei bei allen historischen Highlights und Lowlights in persona zugegen gewesen. Nicht alles, was er erzählte, ist wissenschaftlich haltbar, es war auch immer allerlei äußerst unterhaltsames Seemannsgarn dabei, bei vielem bin ich mir bis heute – trotz eigenem Geschichtsstudium – gar nicht sicher, ob es so war, wie er berichtete, oder doch völlig anders, so gut klang es, wenn Opa Martin erzählte.

Heute sitze ich auf dem Turm von St. Lamberti, führe eine jahrhundertealte Tradition fort, und denke an Opa Martin, und dass er sicherlich noch einige Anekdoten zum Münsterland beisteuern könnte, wenn er noch unter uns weilte. Weiterlesen

Du meine Stadt, mein Münster

Münster ist gleichermaßen reich an Traditionen wie an musischer Kreativität – und hier folgt ein kleiner thematisch passender Gruß, bevor die Türmerin ihren Kurz-Urlaub antritt und der wichtigste Mann im Hintergrund, der Vertretungstürmer, das Horn übernimmt:

Du meine Stadt, mein Münster, du singst dir selbst dein Lied!

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Dieses tu, Jenes lass – Türmer-Knigge!

Kein Alkoholkonsum, kein Privatbesuch von Unbefugten, kein offenes Feuer auf dem Turm – so weit, so klar. Doch was galt und gilt es sonst zu beachten? Ein Blick in die Geschichte:

Am 27. November 1770 erläßt Fürstbischof Maximilian Friedrich die „Feuer- und Brand-Lösch-Ordnung“, in der ebenfalls Direktiven für den Türmer enthalten sind. So schreibt ihm z.B. der Paragraph 26 vor: Weiterlesen

Turmstubenbücher Oktober 2017

Im Oktober stehen Münster-Geschichte,
soziokulturelle und linguistische Fortbildung
für die Türmerin auf dem Plan:

  1. Turmstubenbuch: Wilhelm und Hedwig Kiesekamp. Kommerz und Kultur am Ende des 19. Jahrhunderts in Münster.

  2. Turmstubenbuch: Münsterlänner Platt Wörterbuch.

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Roland Mehring, der Philosoph unter den Lamberti-Türmern

Gottfried Schäfers schreibt in „Münsters Originale. Die sich selbst ein Denkmal setzten“, Fahle Verlag, Münster 1983 (S. 102 ff.):

Seit dem 1. Oktober 1960 ist Roland Mehring der Türmer von Münster, sozusagen der Philosoph auf diesem Posten. Er grübelt dort oben über die großen Weltreligionen und beschäftigt sich mit der Astronomie. Alle paar Jahre macht er einen längeren Urlaub. Bisher zog es ihn nach Indien. Die Turmstube ist angefüllt mit einigen Büchern, einem Stuhl, einem kleinen Tisch, einer alten Couch; an der Wand hängt die Totenmaske seines Vaters.

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