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Schlagwort: Turm (Seite 29 von 33)

Turmstuben-Bücher Januar 2015

Neues Jahr – neue Gelegenheiten, viele viele viele Bücher zu sichten und lesen! Hier die Bücher, die im Januar mit mir in der Turmstube sind:

Isabell Richter: „Der phantasierte Tod. Bilder und Vorstellungen vom Lebensende im 19. Jahrhundert“, campus Historische Studien, Frankfurt a. M./New York 2010

Werner Holzwarth (Text) und Henning Löhlein (Illustration): „Klaoverich un Klaoverita. En Vertellsel van’t Glück“. Up Westfäölsk van Hannes Demming. Klartext-Verlag, Essen 2014

Gottfried Wolters (Hrsg.): Von Kerlen wollen wir singen. Europäische Schelmenlieder mit Klaviersätzen“. Mit Holzschnitten von Alfred Zacharias. Möseler Verlag, Wolfenbüttel 1959

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Türmergarn und Sky Run

In Münster kennen wir z.B. Goethes Totentanz und die Legende des reichen Bürgers als Grund für ein Tut-Verbot Richtung Osten. Wieviel Wahres oder Zusammengereimtes jeweils in den Erzählungen steckt, ist nicht vordergründig wichtig, geht es doch vor Allem um eine gute Story, die von Türmer zu Türmer zu Türmerin weitergegeben werden kann, nicht zuletzt auch als Stoff für Interviews.

In Rouen, Nordfrankreich, kennt man auch solche Stories – z.B. die Legende des Tour de Beurre (Butterturm). Eine der (gefühlten tausend oder mehr) Geschichten, die sich darum ranken und die ich selbst von meinem Großvater gehört habe, möchte ich hier vorstellen:

Der Rat der Stadt berief einen jungen Baumeister, einen prächtigen Turm für die Kathedrale zu bauen. Dieser hatte Sorge, er schaffe es nicht alleine und paktierte daher mit dem Teufel. Der Teufel wollte als Dank für seine Hilfe (natürlich) die Seele des Baumeisters. Der Turm wurde in einem Jahr fertig und der junge Baumeister wurde gefeiert.

Ihm war aber nicht nach Feiern zumute, ständig dachte er darüber nach, aus dem teuflischen Vertrag herauszukommen. Er bot dem Teufel an, dass dieser seine Seele sofort haben könnte und nicht erst viele Jahre auf seinen Tod warten warten müsste. Alles was der Teufel dafür tun müsste:

Sky Run!

Innerhalb des Geläuts der zwölften Stunde von unten nach oben zur Türmerstube rennen, vor dem letzten Glockenschlag oben angekommen sein. Dann gehörte die Seele ihm – anderenfalls sollte der junge Mann aus dem Vertrag entlassen werden.

Gesagt, getan, ein Teufel, ein Wort. Er rannte „wie der Teufel“ los, rutschte allerdings im oberen Drittel auf den butterbeschmierten Stufen aus und schaffte es nicht rechtzeitig… und verschwand in einer Schwefelwolke. Der listige Baumeister und seine Seele waren gerettet!

Der historische wahre Kern der Geschichte ist aber wahrscheinlich:

Die Bauarbeiter wurden beim Bau des Turmes der Kathedrale von Rouen mit den Geldern aus dem Verkauf der alljährlichen Butterspende der Bürger bezahlt. Butter wurde in den Haushalten selbst hergestellt und während der Fastenzeit vor Ostern den Kirchenvertretern gespendet, welche sie verkauften, um den Turmbau bezahlen zu können.

Aber Sky Run des Teufels und mit Butter beschmierte Turmtreppe klingt ungleich cooler als Erklärung, warum der Tour de Beurre als „Butterturm“ in die Geschichte eingegangen ist. Was den Seemännern ihr Seemannsgarn ist eben den Türmern ihr Türmergarn 🙂

Turm-Meister

Der Turm-Meister von St. Lamberti zu Münster heißt Hilger Hertel. Dieser Name steht (neben dem des damals amtierenden Pfarrer Kappen) für den radikalen Stilbruch, als 1883-1889 auf der Stadt- und Marktkirche in Münster der neue Turm im neogotischen Stil errichtet worden ist. Hertel, das ist die Architektenfamilie, die zu den bedeutendsten ihrer Zeit gehört.

Der Lambertikirchturm gehört zu den renommiertesten Werken des Hertel’schen Architekturbüros.

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Turmstuben-Bücher Oktober 2014

Auch im Oktober habe ich mir wieder ein paar Werke zur näheren Betrachtung vorgenommen, vielleicht kommt der Eine oder die Andere durch die Vorstellung hier auch auf den Geschmack… Thema diesmal: Reiseliteratur von Autoren, die heutzutage wohl Reiseblogger geworden wären! 🙂

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Türmen

„Türmen“ – Zur Herkunft dieser populären Redensart.
Achtung: Der folgende Beitrag enthält Spuren von Wahrheit und Satire.

Im Duden steht:

„sich aus einer unangenehmen Situation durch eilige Flucht befreien (…) Synonyme: ausbrechen, das Weite suchen, davonlaufen, (…) die Flucht ergreifen, entfliehen, (…) verduften (…)“

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