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Schlagwort: Stadtarchiv (Seite 1 von 2)

Interessante Funde

Beim Recherchieren interessante Funde machen – das sind die kleinen Freuden einer städtischen Türmerin zu allen Zeiten, besonders aber in diesen unplanbaren Corona-Pandemie-Zeiten. Kleine Freuden halten einen im Leben, lassen einen optimistisch bleiben, n’est-ce pas?!

Gerade durchforste und sichte ich allerlei Bücher und Dokumente in der Turmstube. Ich stoße dabei auf Artikel und Meldungen aus vergangenen Zeiten, die mir Münster noch näher bringen. Alte Zeitungsbeiträge und Bücher etc. können uns so viel erzählen, was uns auch die heutige Stadt erklärt, ganz genau wie in der alten Hiphop-Weisheit meiner Jugend:

Es wäre heut‘ nicht wie es ist,
wär‘ es damals nicht gewesen wie es war!

Aus: „Schlüsselkind“, Cora E. (1997)
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Graf Boni und seine Burg

Wenn das Wetter zwischendurch mal wieder schön ist, sind Radtouren im Münsterland sehr beliebt (bei Vielen auch dann, wenn das Wetter nicht so schön ist), und am allerschönsten sind Touren, auf denen man etwas entdecken kann, sich auf Spurensuche begeben, und an deren Höhepunkt ein Etappen-Ziel stehen kann (eine Einkehr zum Käffchen zum Beispiel).

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Johannes Brahms in Münster!

Neulich bei der Recherche im Stadtarchiv… Ein zufälliges Fundstück auf Mikrofilm – der von mir sehr geliebte Johannes Brahms war tatsächlich 1881 zu Gast in Münster!
Der alte Turm von St. Lamberti stand zu diesem Zeitpunkt noch, neigte sich aber bedenklich gen Westen, und es wurde im Stadtrat und der Kirche heiß diskutiert, wie man mit dem offensichtlich baufälligen Turm umgehen sollte; im selben Jahr entschied man sich für den Abbruch und Neuaufbau.
Ob Brahms wohl bei seinem Besuch in Münster den damaligen Türmer Joseph Buschkötter gehört haben mag? (Das Titelbild dieses Beitrages stammt von der Website klassika.info)

Alte Zeitungsartikel sind allein schon deshalb interessant, weil der Schreibstil und die Form uns heute so fern und fremd erscheinen, gleichzeitig nehmen sie mich genau dadurch geradezu gefangen.

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Kurioses aus den Jahren 1880 und 1881

Zum Wochenende mit Sonnenschein noch ein wenig Staunen und Kopfschütteln:

Neulich bei der Recherche im Stadtarchiv… eigentlich auf der Suche nach etwas völlig anderem… Der Gang zum Mikrofilm-Gerät, die richtige Filmdose mit der Beschriftung „Westfälischer Merkur 1880-1881“ eingelegt, scharf gestellt, und los ging’s… da fiel mir so Dieses und Jenes ins Auge, woran ich die interessierte Leserschaft gerne teilhaben lasse – ein kleiner Einblick in die Recherchearbeit (auch bekannt als „Vom Hölzken aufs Stöcksken“):

Am 13 September 1880 gab es anscheinend eine Schlägerei, beteiligt waren 3 Artilleristen und 7 Zivilisten. Wer angefangen hat, ist nicht festzustellen. 

 

„15. Januar 1881: Ein fremder Mensch versuchte gestern vor Mauritzthor auf die Tochter eines hiesigen Postschaffners ein unsittliches Attentat. Er wurde aber verscheucht. Seine Identität ist festgestellt.“

 „4. März 1881: Der Besuch des Schloßgartens ist Kindern unter 10 Jahren ohne Aufsicht von Erwachsenen nicht mehr gestattet.“

 „5. April 1881: Kürzlich haben wieder mehrere Zigeunerbanden die hiesige Gegend unsicher gemacht. (…) Eine andere Bande (…) kam nicht so billig (…) davon, sondern wurde von den Bauern so weidlich durchgeprügelt, daß sie die Lust zur Wiederkehr dorthin so bald nicht anwandeln wird. Es dürfte doch nun endlich wohl an der Zeit sein, das Land von einer solchen Plage zu befreien.“

 „11. April 1881: Die ersten Schwalben haben sich, wie man beobachtet hat, wieder hier eingefunden.“

 

(sic!)

Wenn ich jetzt noch einmal jemanden sagen höre, früher sei alles besser und friedlicher gewesen . . . ähm – sind eigentlich schon die ersten Schwalben gesichtet worden? 😉

Übrigens: Die Artikel, nach denen eigentlich gesucht worden war, habe ich dann auch noch gefunden – doch das ist eine andere Geschichte, die vielleicht eines anderen Tages hier erzählt werden wird.

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