Wer beim Titel meines Beitrags sofort eine Melodie im Kopf hat, ist wahrscheinlich jemand mit Kindern im nahen Umfeld. Oder war kürzlich auf einer einschlägigen Party am Ballermann o.ä.
Das Lied mit dem Refrain, der genau so beginnt, läuft gerade in meinem Kopf – obwohl hier oben auf dem Turm von St. Lamberti in der Turmstube kein Kind weit und breit ist, außer vielleicht meinem inneren 😀 Ganz ehrlich: Bei so viel Klimakatastrophe, Waldbränden, Dürre, Wassermangel, Kriegsmeldungen, nicht nachvollziehbaren Entscheidungen und allen Gleichzeitigkeiten dieser vernetzten Welt ist es schwierig, nicht die Hoffnung zu verlieren. Und da geht es mir sicher ähnlich wie den meisten meiner Vorgänger – jeder von ihnen hat ebenfalls Sorgen und Nöte erlebt und sich seine Gedanken dazu gemacht. Was uns Türmern aber ganz sicher hilft und immer geholfen hat: Dieser einzigartige Ausblick in die Sonnenuntergänge und das Wissen darum, dass Zeit unseres Leben dieselbe Sonne auch wieder aufgehen wird. Und das macht Hoffnung und manchmal sogar gute Laune…
Mehrere Gründe, euch mit guter Laune anzustecken, findet ihr im heutigen Artikel – nichtsdestotrotzundalledem…
„Ob wir etwas als angenehm oder unangenehm empfinden, das hängt größtenteils davon ab, wie wir uns dazu stellen.“
Michel de Montaigne (1533-1592)
Montgolfiade
„Oben gute Laune“ – weil ich diesen Beitrag während der 54. Montgolfiade schreibe, die dieses Mal in Warendorf stattfindet, am Lohwall. Als erstes steigen die Gasballone in die Höhe, sehr edel und wunderbar historisch.
— HIER habe ich schon mal über Gasballone geschrieben, KLICK! —
Falls ihr das Montgolfiade-Wochenende miterlebt habt, freue ich mich sehr, wenn ihr mir eure Eindrücke schreibt oder ein Foto schickt!
Der Blick geht – besonders bei Ereignissen wie der Montgolfiade – nach oben, und wenn man dann einen Ballon oder einen Blimp erspäht, ist das ein tolles Gefühl; und das macht gute Laune!
Und auch ganz ohne Ballone ist dies jeden Abend der Fall, exemplarisch seht ihr hier einen Sonnenuntergang Anfang August, der Blick vom Lambertikirchturm Richtung Paulusdom und Überwasserkirche …

„Unten gute Laune“ – weil ich kürzlich das Programm des diesjährigen Denkmaltags überflogen habe und vieles davon äußerst ansprechend ist!
DENKMALTAG 13.09.2026
Ihr könnt direkt online schauen, was in Münster oder in eurer Nähe angeboten wird:
Und wer gerne zusätzlich ein schönes Printprodukt in den Händen hält und oldschool darin blättern mag, kann z.B. in der Münster Information im Stadthaus 1 vorbeischauen, meine Kolleginnen und Kollegen von mir grüßen und eine Programmbroschüre des Denkmaltags mitnehmen.
Ein Angebot ist besonders hervorhebenswert, da es perfekt anknüpft an meinen letzten Artikel über die neuen Spuren aus Amalies Garten:
„[…] Immer, wenn ein Bodendenkmal durch städtische Baumaßnahmen zerstört werden muss, ist das Stadtplanungsamt der Stadt Münster – genauer die hier angesiedelte Archäologie – laut Denkmalschutzgesetz zuständig für die wissenschaftliche Untersuchung, die Dokumentation der Funde, und auch teilweise die Bergung und Erhaltung der Fundstücke.
HIER geht’s zu meinem Artikel über Amalies Garten, KLICK!
Alles wird fotografiert, digital vermessen und beschrieben. Neben mobilen Endgeräten und einer Clouddatenbank werden von manchen Bodendenkmälern auch Zeichnungen von Hand angefertigt – ein sehr schöner Beruf!
Die beweglichen Teile der Funde werden geborgen und im Fundmagazin in Coerde (Speicherstadt) gereinigt und ebenfalls fotografisch erfasst, dann archivarisch verpackt und eingelagert. […]“
Und nun habt ihr tatsächlich die Möglichkeit, euch ein eigenen Bild zu machen, woran und wie diese Stadtarchäologie in Münster in meinem Lieblings-Stadtteil Coerde so arbeitet:
Unter dem Motto „Endecken, erforschen, bewahren! – 25 Jahre Stadtarchäologie“ erfolgt im Rahmen des Denkmaltages 2026 die Vorstellung von Projekten, Funden und der Arbeitsweise der Stadtarchäologie Münster mit Ute Buschmann, Holger Jakobi, Dr. Esther Lehnemann und Dr. des. Jan Markus.
Wann? Sonntag, 13.09.2026 10:00 - 14:00 Uhr
Wo? An den Speichern 14, 48157 Münster-Coerde
Dieser und viele weitere interessante EInblicke in Orte und Geschichten meiner Wahlheimat erwarten euch also beim Denkmaltag. Viel Spaß, vielleicht sehen wir uns ja dort unten und teilen unsere gute Laune. Obacht: am selben Tag ist der Volksbank Münster-Marathon! Wenn ihr schnell lauft, könnt ihr beide Events schaffen 😉
— VOLKSBANK MÜNSTER MARATHON, KLICK! —
UPDATE LAMBERTIKIRCHPLATZ
Ein ernstes Thema gibt es gleichzeitig auch noch zu updaten:
Wer den Brunnen am Lambertikirchplatz sucht, findet aktuell nur einen dunklen Teerkreis. Der Brunnen samt Figuren wurde rückgebaut.
Ursprünglich war der Plan, den beliebten Treffpunkt zu sanieren, Leitungen, Steine, alles wieder hübsch zu machen und damit langfristig zu sichern. Dabei wurde natürlich genauer hingeschaut, der Verdacht des Kampfmittelräumungsdienstes auf Basis historischer Luftbilder, es könnten Blindgänger aus dem II. Weltkrieg unter dem Lambertikirchplatz sein, sollte mit ungefähr 40 Probebohrungen genauer überprüft werden.
Der Brunnen wurde also entfernt, und mittlerweile sind auch die Sondierungen abgeschlossen – der ganze Platz weist lauter dunkle Stellen auf, wo gebohrt worden ist.

August 2026: Der Brunnen ist verschwunden, es bleiben ein schwarzes Loch und viele kleine schwarze Löcher auf dem Lambertikirchplatz…

Direkt in Brunnennähe befindet sich wohl keine potentielle Gefahrenstelle – dafür aber in Richtung Prinzipalmarkt. Metallische Gegenstände – das kann eventuell auch einfach harmloser Metallschrott sein; aber da wir in der heutigen Zeit ja leider immer wieder Blindgänger aus dem letzten fürchterlichen Krieg entdecken, ist es auf jeden Fall sinnvoll, diese verdächtigen Stellen freizulegen und gegebenfalls zu entschärfen, was gefunden wird.
Beteiligt an der Planung und möglichen Konsequenzen sind außer den Kampfmittelexperten unter anderem auch die Feuerwehr und das Ordnungsamt. Denn wenn idealerweise vor der Weihnachtszeit im Herbst dann mit der Freilegung begonnen wird, sind Straßensperrungen, eventuell eine Evakuierung des Bereiches, Bus-Umleitungen und vieles mehr zu bedenken…
Ausblicke und Optimismus
Das Thema möglicher Bombenfund eignet sich auf den ersten Blick nicht für die titelgebende gute Laune dieses Beitrags – und doch möchte ich optimistisch enden, wie es Türmerinnenart ist:
Es ist gut, dass genau hingeschaut wird. Es ist gut, dass mögliche Gefahren abgewehrt werden. Wir werden uns dann wieder am frisch sanierten, sprudelnden Lambertibrunnen verabreden können.
Und vorher erleben wir noch einiges: die Pride Weeks haben schon begonnen – dieses Jahr ist dies nach dem schrecklichen Anschlag auf den CSD in Berlin ein sehr wichtiges Zeichen und auch Gelegenheit für Queer-Allies und überhaupt alle Menschen, deutliche Solidarität und Empathie zu zeigen:
DIE WÜRDE JEDES MENSCHEN IST UNANTASTBAR,
CSD MÜNSTER 15.08.2026, KLICK!

Dann können wir mit dem gesamten Land NRW Ende August einen standesgemäßen 80. Geburtstag feiern:
NRW-TAG MÜNSTER 28.08.2026-30.08.2026

Und danach liegt wie oben geschrieben der Denkmaltag vor uns!
„Vorne gute Laune… hinten gute Laune…“ – das Lied spielt immer weiter in meinem Kopf, hilft mir, auch schlimme Erfahrungen und Ereignisse ins Leben zu integrieren und begleitet vielleicht auch euch, zumindest thematisch gesehen.
In diesem Sinne:
Was immer ihr vorhabt, winkt zwischendurch mal hoch Richtung Lambertikirchturm (ja, ich sehe euch auch in Albachten, Eschwege und Flensburg!) und haltet euch wacker!
Eure Türmerin von Münster.



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